Wie lange rückwärts fahren?

zum Thema Autokindersitze und speziell zum Thema Reboard

Moderator: Verseau

Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon MsReboard am Di 3. Jan 2012, 11:16

Seit es Quellen gibt, rückwärts gerichtete Sitze bis 25 kg auch in Deutschland kaufen zu können, kommt die Diskussion verstärkt auf. Viele Eltern wollen solange wie möglich rückwärts fahren

In Schweden gibt es unter den Verkehrsinstitutionen diese Diskussion schon lange. Es konnte sich aber bisher nicht durchsetzen.

Ein gruppenübergreifenden Sitz von 0-25 kg, d. h. über drei Gruppen hat große Nachteile. Vergleichbar mit Schuhen für's Baby. Mit 12,5 kg würden die sicherlich am besten passen. Aber was ist mit dem Neugeborenen oder mit dem Kind von 25 kg?

Das die Babyschale rückwärts gerichtet verwendet werden muss, ist unbestritten, seit es ein Gesetz dafür gibt. Die Eltern haben sich *maulend* gefügt und es gibt keine Diskussion mehr.

Da Hersteller aber Ihre Autokindersitze in Gruppe I ab 9 kg genehmigt bekommen, werden unsere deutschen Kinder eben auch sofort in vorwärts gerichtete Sitze verfrachtet.

Nun werden wir über - rückwärts - solange wie möglich - informiert. Was bedeutet das? Um jeden Preis rückwärts bis zum Alter von 5 Jahren oder länger? Ganz sicher nicht. Es geht bei rückwärts gerichteten Sitzen nicht nur um Frontalunfälle, sondern auch um einen Anteil um 40 % Seitenunfälle. Die dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Auch der neue I-Size-Standard sagt aus, Kinder bis 15 Monate rückwärts zu fahren. Die Verkehrsmediziner sprechen von 2 1/2 Jahren. Die Physiotherapeuten von 3 Jahren. Bisher habe ich keine Empfehlung bis 4 oder 5 Jahren gehört oder gelesen.

Natürlich ist es sinnvoll, auch für Erwachsene, rückwärts zu fahren, wenn es zu einem schweren Frontalunfall kommt. Das ist unbestritten, aber dann sitzt auch niemand mehr in engen Autokindersitzen.

BeSafe hat für den BeSafe Combi die Gruppe II nicht mehr genehmigen lassen, trotzdem alle vorherigen Sitze diese Gruppe noch beinhalteten.

Schaut Euch bitte mal die Fotos in den Kindersitzen bis 25 kg von großen Kindern an. Dann könnt Ihr die Frage doch selbst beantworten, ob es sinnvoll ist, große Kinder in den kleinen Kindersitz zu quetschen. Was glaubt Ihr, passiert bei einem Seitencrash?

Ganz sicher hat es einen Grund, daß rückwärts gerichtete Kindersitze nach dem Isofix-Standard nur bis 18 kg verwendet werden dürfen. Dieser Standard ist jünger, als der Standard für "normale" Autokindersitze. In den Isofix-Standard sind neue Erkenntnisse eingeflossen.


Es kann eben auch "ungesund" sein, mit "zuviel" Sicherheitsbewusstsein an die Sache heranzugehen.
Zuviel kann eben auch ungesund sein.


Bitte überdenkt diese Aussagen und laßt mich Eure Stellungnahme wissen.
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Securité am Di 3. Jan 2012, 11:42

Ich denke die Sache hat zwei Seiten.
Ich finde es schon gut, dass es größere und damit länger nutzbare Sitze gibt, da es ja leider auch Kinder gibt, die mit 2,5 Jahren nicht mehr in einen Reboarder bis 18kg passen, aber von der geistigen Reife her noch nicht so weit sind, ordentlich vorwärts gerichtet auf einem Sitz mit 3-Punkt-Gurt zu sitzen. Da denke ich ist es schon sinnvoll, das Kind noch länger rückwärts gerichtet mit dem 5-Punkt-Gurt zu sichern. Ich persönlich halte ein Kind ab ca. 3,5 bis 4 Jahren soweit reif, in einem solchen Sitz zu sitzen. Wenn ich also die Möglichkeit habe, nutze ich sie. Für mich geht es hierbei nicht um die Fahrtrichtung, sondern um die Sicherung im Kindersitz selber. Vorwärts mit 5-Punkt-Gurt ist keine Option, aber vorwärts mit 3-Punkt-Gurt schon mit 2,5 Jahren ist für mich einfach zu früh. :( Und ich kenne viele Kinder, bei denen es schon so ist.
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Laura am Di 3. Jan 2012, 11:44

Hä? Ich hab gerade was geschrieben und es ist nicht da. Hängt das irgendwo oder muss ich es nochmal schreiben?
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Laura am Di 3. Jan 2012, 11:47

Anscheinend nicht, sonst wäre der zweite Beitrag ja auch weg.

Also, nerv, nochmal:
Gibt es Untersuchungen, die belegen, dass es weniger Risiken birgt ab 4 Jahren vorwärts zu fahren? Was ist der Nachteil daran, wenn ein Kind länger rückwärts fährt, so lange es noch gut in den Sitz passt?
Zur Zulassung des Combi bis 25kg: Das würde ja keinen Sinn machen, da die meisten Kinder tatsächlich lange vor den 18kg nicht mehr reinpassen, leider.
In die bis 25kg-Sitze passt unsere Tochter aber noch sehr gut rein - wieso soll sie nicht drin sitzen?

Nachteil, den ich bei Gruppe2/3-Sitzen sehe: Die Kinder können sich frei bewegen und man kann sie gar nicht so reglementieren, dass sie immer vorschriftsmäßig im Sitz sitzen - wenn man dabei noch sicher Auto fahren will. Auch nicht mit vier Jahren. Und die Belastungen sind doch definitiv höher - also wieso die sicherere Möglichkeit nicht nutzen, wenn sie existiert?
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Wollschaf am Di 3. Jan 2012, 11:52

Ich stimme Securite da zu. Mein sohn ist 2,5 Jahre alt und relativ groß. Außerdem sehr quierlig und wuselig. Ihn nur mit 3-Punkt-Gurt zu sichern wäre der pure Leichtsinn. Ich bin froh, das wir jetzt einen Sitz gefunden haben, der noch ne Weile nutzbar ist. Ich denke, ein oder anderthalb Jahre machen da entwicklungstechnisch durchaus eine Menge Unterschied.
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon MsReboard am Di 3. Jan 2012, 12:03

Ich spreche hier von Sitzen, in die Kinder "eingequetscht" werden. Ich habe nicht bestritten, daß Kinder solange es geht rückwärts fahren sollen. ....und gern bis ca. 4 Jahre. Dann sollten sie so gut "erzogen" sein, in einem Sitz mit "Dreipunkt-Gurt" fahren zu können. Die "Erziehung" sollte allerdings nicht erst mit 4 Jahren beginnen.

Mir geht es hier nicht darum, 2 1/2 oder 3 Jahre zu diskutieren. Und natürlich gibt es überdimensional große Kinder...wird auch nicht bestritten
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Securité am Di 3. Jan 2012, 12:06

Dass ein Kind nicht in einen Sitz gequetscht werden sollte, in den es nicht mehr richtig rein passt, darüber sind wir uns ja einig. Solange ein Kind gut in einen großen Sitz passt ist es doch gut es weiter rückwärts zu transportieren.
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Wollschaf am Di 3. Jan 2012, 12:15

MsReboard hat geschrieben:Ich spreche hier von Sitzen, in die Kinder "eingequetscht" werden.


Was (oder wen) meinst du? Ich glaube kaum, das einer hier oder bei FB sein Kind mit Gewalt in einen Reboarder stopft, drückt und quetscht bis das Kind drin ist.
Ehrlich, ich verstehe gerade nicht, wo das Problem ist.

Und mein Sohn ist groß, NICHT überdimensional groß. Dafür kann weder ich noch er etwas. Und es kann leider auch keiner was dafür, das die Hirnreifung nicht unbedingt Schritt hält mit dem Größenwachstum. Erziehung ist ja schön und gut, Fakt ist aber auch, das Erklärungen bei einem 3,5 oder 4-jährigen nunmal deutlich besser fruchten als bei einem 2,5jährigen. Gut, man könnte sein Kind natürlich vor Fahrtantritt SO zusammensch***en, das es vor Angst stocksteif sitzen bleibt, aber diesen Weg halte ich nun nicht unbedingt für sinnvoll.
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Elistra am Di 3. Jan 2012, 12:17

ich denke auch man sollte da individuell nach dem Kind gucken, das es Sicherheitstechnisch betrachtet nicht sinnvoll ist, ein zu großes Kind in einen zu kleinen Sitz zu quetschen, da sind wir uns hier sicherlich alle einig. Völlig unabhängig was für eine Gewichtsangabe auf dem Sitz steht. Selbst wenn da bis 25kg drauf steht und das Kind mit 16kg nicht mehr vernünftig reinpasst, dann braucht es eben einen anderen Sitz. Was man dann danach kauft, hängt doch wieder sehr vom jeweiligen Kind ab. Ich würde also als Entscheidungsgrundlage immer die individuelle Kombination von Kind und Sitz und nicht von Sitz und Alter des Kindes betrachten.

Klar könnte so manches 4jähriges begreifen, das es immer ordentlich in seinem Sitz mit Autogurt sitzen muss, aber es gibt eben auch viele die das in dem Alter noch nicht verstehen/bzw. nicht immer dran denken, alá der Ball fällt auf die Straße Kind rennt hinterher ohne zu gucken. Das begreifen auch ältere Kinder noch nicht/denken nicht daran in der entsprechenden Situation. Unsere 7 Jährige muss man auch immer wieder daran erinnern, das sie mit dem Kopf im Kindersitz bleiben soll und nicht ständig irgendwelche Dinge aufheben soll, die die kleine wegwirft. Was untenliegt bleibt eben unten, trotzdem ist der Reflex, es eben aufzuheben da, der Sitz gibt ja die Möglichkeit dazu. Meinen 4 Jährigen könnte ich mir absolut noch nicht in so einem Sitz vorstellen, er ist noch impulsiver. Aber er ist eben auch sehr klein (mit knapp 1m) und wiegt noch nichtmal 18kg, er hat noch gut Platz im Reboarder, also warum soll er nicht weiterhin darin fahren? Er ist da ja nicht eingequetscht. Und was den Seitenaufprall angeht, wenn der Sitz mein Kind mit zwei Jahren gut schützt, warum soll er dann meinen vierjährigen, der eben noch gut in den Sitz passt nicht genauso gut schützen?

Sicherlich ist es richtig, das viele Eltern, sich von einem 0 bis 25kg Sitz erhoffen ihn dann eben auch die ganze Zeit nutzen zu können und keinen weiteren Sitz zu brauchen, ausser eben dem Großen hinterher. Aber ich glaube das ist generell ein Trugschluss, auch ein Gruppe 2/3 Sitz der ja, auch auf eine sehr sehr lange Nutzungsdauer ausgelegt ist, kann einem Kind nicht immer perfekt passen, trotzdem werden die Sitze so verkauft und angepriesen. Einzelne Sitze für die jeweilige Gruppe gibt es doch so gar nicht. Aber auch da machen viele Eltern die Erfahrung, das es eben nicht reicht bis zum Schluss, wenn ein 4 jähriges gut in dem Sitz sitzen kann, heißt das noch lange nicht, das es 4 Jahre später immer noch gut in den Sitz passt.

Ich denke man sollte da immer an die Eltern appelieren und sie dazu bringen, selbst darauf zu achten, ob ihr Kind noch gut in den Sitz passt, unabhängig von Gewicht/Alter und das sie dann nicht aus kostengründen einfach die nächstgrößere Sitzgruppe kaufen, sondern eben wirklich einen Sitz der zum Kind passt!
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Re: Wie lange rückwärts fahren?

Beitragvon Wollschaf am Di 3. Jan 2012, 12:20

Elistra hat geschrieben: ...


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