Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Postet hier alles über neue Sitze, neue Normen, Gesetze und was sonst noch in weiter Ferne schwebt.

Moderator: Verseau

Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon DaskleineD am Fr 23. Dez 2011, 14:16

Ihr Lieben, nur damit ihr bescheid wisst: Ich habe die Chefredakteurin Martina Kaiser per Email angeschrieben und sie gebeten in der Zeitschrift einen Artikel zum Thema Kindersicherheit im Auto, speziell Reboard Kindersitze zu veröffentlichen. Hier meine EMail zur Kenntnis:

Sehr geehrte Frau Kaiser,

seit mein Sohn Gabriel auf der Welt ist, lese ich Ihre Zeitschrift mit großem Interesse. Ich habe viele nützliche Anregungen und Hilfestellungen bereits aus der Zeitschrift erhalten und ich bin sehr zufrieden.

Ich engagiere mich ehrenamtlich für eine Elterninitiative die sich mit der Kindersicherheit im Auto beschäftigt. Die meisten Eltern setzen ihre Kinder einer großen Gefahr aus in dem sie sie viel zu früh in vorwärtsgerichtete Kindersitze der Gruppe 1 (ab 9 Kilo) setzen. Warum das so gefährlich ist? Ich werde es Ihnen gern erklären.

Der Kopf eines Kindes ist im Vergleich zu seinem restlichen Körper das schwerste Körperteil. Jetzt stellen Sie sich vor, dass das Kind in einem vorwärtsgerichteten Gruppe 1 Kindersitz sitzt und der komplette Körper angeschnallt ist. Im Falle eines Frontalcrashs (was fast zu 60% die häufigste Unfallart ist!) bleibt der Körper des Kindes zurückgeschnallt im Sitz, aber der schwerste Körperteil, der Kopf, wird mit voller Wucht nach vorne geschleudert. Bei einem Unfall im normalen Stadtverkehr bei ca. 50 kmH zieht eine Kraft von ca. 300 (!) kg den Kopf des Kindes nach vorne. Was dabei mit der Wirbelsäule passiert ist schlimm: Im besten Fall noch, ist das Kind „nur“ querschnittsgelähmt. Sehen Sie hier: http://www.youtube.com/watch?v=NwmF10xgoVY Mehr Information sehen Sie hierzu in unserem Info-Forum unter http://www.reboard-kindersitz.info. Auch hat sich bereits die Fernsehsendung „Extra“ vor fast 20 Jahren damit beschäftigt. Jedoch hat sich seitdem nichts geändert. Die Sitze sind nach wie vor vorwärtsgerichtet und die physikalischen Gesetze haben sich auch nicht geändert. Es werden in dieser Sendung ebenfalls Kinder vorgestellt, die einen solchen Unfall nur mit erheblichen Folgeschäden überlebt haben. Es lohnt sich, auch diesen Link einmal anzusehen. http://www.youtube.com/watch?v=nktamJpokXg

In den skandinavischen Ländern ist es Gang und Gäbe (sogar ohne eine gesetzliche Verpflichtung!) die Kinder bis zum 4. Lebensjahr rückwärtsgerichtet zu transportieren. 90 % aller Kinder in Nordeuropa fahren rückwärts bis zum 4. Lebensjahr. Warum? Weil es das Kind zu 95 % schützt! Ein vorwärtsgerichteter Sitz schützt nur zu 60 %. Warum wissen dies skandinavische Eltern und deutsche Eltern nicht? Weil die Aufklärung fehlt. Die Firma Britax Römer beispielsweise, stellt rückwärtsgerichtete Sitze (sog. Reboarder) für den skandinavischen Markt her, in Deutschland werden Sie jedoch einen Reboarder nur selten in einem Babyfachmarkt finden. Warum? Weil die Nachfrage fehlt! Aber woher soll eine Nachfrage nach diesen sicheren Kindersitzen kommen, wenn eine überwiegende Anzahl an Eltern überhaupt nicht wissen, dass es solche Sitze gibt? Da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz, weil ohne Aufklärung die Nachfrage nicht da sein wird, und ohne Nachfrage die Sitze nicht in den deutschen Handel kommen.

Wir Eltern, die diese Elterninitiative gegründet haben, haben es uns zur Aufgabe gemacht, Eltern aufzuklären. Dies geschieht über eine Facebook-Gruppe „Reboard rear facing – Rückwärts in die Zukunft“, durch unsere Internetseite mit angeschlossenem Forum http://www.reboard-kindersitz.info, sowie selbstgedruckten Flyern (auf Kosten von den Eltern, uns geht es um die gute Sache!) die bei Kinderärzten, Hebammenpraxen und Kinderkrippen ausgelegt werden. Warum tun wir das? Weil wir der Auffassung sind, dass jedes Kind es verdient hat im sichersten Sitz Auto zu fahren! Der Experte vom ADAC der im „Extra“ Beitrag gesprochen hat, sprach bei Unfällen bei dem Kleinkinder einen bleibenden Schaden behalten weil sie im vorwärtsgerichteten Sitz saßen von einem „bedauerlichen Einzelfall“. Wir finden, dass es ein bedauerlicher Einzelfall ist, wenn in einem Netz Orangen eine Orange faul ist. Aber es ist eine Katastrophe, wenn ein Kind gelähmt ist, oder schlimmeres, weil es in einem vorwärtsgerichteten Sitz saß und mit größter Wahrscheinlichkeit in einem Reboarder nicht mal einen Kratzer abbekommen hätte. Mittlerweile empfiehlt sogar der ADAC Kinder bis zum 4. Lebensjahr rückwärts zu transportieren. http://www.test.de/themen/auto-verkehr/ ... 6-1814187/

Wenn alles gut geht, wird im kommenden Sommer eine EU Verordnung ratifiziert, die besagt, dass alle Kinder bis zum 15. Lebensmonat rückwärts zu transportieren sind. Das ist ein kleiner, kleiner Fortschritt, der Eltern hoffentlich dazu bringt, ihrem Kind nach der Babyschale als Folgesitz einen Reboarder zu kaufen. http://www.anec.eu/attachments/ANEC-PR-2011-PRL-026.pdf

In unserem Forum ist auch eine junge Mutter, die ihr Kind in einem Fangkörpertisch vorwärtsgerichtet transportierte und einen Unfall hatte. Dieses Kind ist nun querschnittsgelähmt. Sie ist gerne bereit auch ihre Geschichte zu erzählen.

Diese lange Email, die ich ihnen schicke, hat nur ein Ziel: Ich möchte Sie bitten – da Sie etwas tun können und viele Eltern erreichen! – einen Artikel zum Thema Reboarder und Kindersicherheit im Auto in einer zukünftigen Ausgabe zu schreiben. Es ist unsere Pflicht Eltern zu informieren, dass es einen wirklich sicheren Sitz gibt, der das Kind 5 mal mehr schützt als ein vorwärtsgerichteter Sitz. Den Kindern zuliebe! Gerne sollten dann auch zusätzliche Infos gegeben werden zum Thema. Z. B. dass Kinder selbst im Winter bitte nicht mit wattierten Jacken und Overalls angeschnallt werden dürfen, da dies sie Sicherheit immens beeinträchtigt, da im Falle eines Unfalls erst die Luft aus der Jacke gedrückt wird, bevor das Kind an sich abgefangen wird. Oder dass es besser ist für jede Gruppe (I, II und III) gesondert Sitze anzuschaffen, da man die Materialermüdung mit einkalkulieren muss. Sitze die so umzubauen sind, dass sie 12 Jahre nutzbar sind, sind bedenklich, da diese Sitze auch 12 Jahre im Auto Hitze und Kälte ausgesetzt sind die das Plastik spröde machen können.

Ich würde mich sehr über eine Kontaktaufnahme freuen und stehe ihnen gern für weitere Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Sie sind ebenfalls gerne im Forum willkommen und unsere Experten dort werden Ihnen ebenfalls jede Frage gern beantworten. Ich denke, dass dies ein sehr wichtiges Thema ist, dem auf jeden Fall ein Artikel gewidmet werden sollte.

Jetzt bleibt mir noch, Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familie zu wünschen und ein gutes, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr!

Mit freundlichen Grüßen

...
(mit Sohn, 9 Monate fährt rückwärts im HTS Besafe Izi Combi X3 mindestens bis 4 Jahre)
Rückwärts fahren bis 4 Jahre? Yep, Gabriel im HTS BeSafe iZi Combi X3.
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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon Securité am Fr 23. Dez 2011, 16:03

Wow, super Dorina!!! :-) Ich bin seeeehr gespannt auf die Antwort, die hoffentlich kommen wird!
Mit Maxi (07/10) und Mini (09/12) rückwärts sicher unterwegs!

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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon Felea am Fr 23. Dez 2011, 23:15

Klasse Dorina! Bin auch mal gespannt!
Sollten wir nicht auch im selben zuge SternTV oder überhaupt RTL anschreiben. Mit zuzäzlich den Bezug auf den 16 Jahre alten Bericht von RTL?
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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon SmartieSven am Sa 24. Dez 2011, 15:49

Wo issen hier der "Gefällt mir"-Button? ;)

Super Mail - find ich gut! :)
Früher war ich unentschlossen, heute bin ich mir da nicht mehr so sicher!
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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon Verseau am Sa 7. Jan 2012, 01:40

super!

ist schon was dabei rausgekommen?
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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon Sarah B. am Sa 7. Jan 2012, 12:26

DaskleineD ist im Urlaub! :-)
Meine Kinder (*August '09 und *Juli '13) fahren im Auto nur rückwärts. :-)
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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon Verseau am So 8. Jan 2012, 00:04

ah!
ok, hab ich nicht mitbekommen, weil ich im urlaub war ;-)

dann erhol dich gut kleinesD :lol:
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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon Mephistia am Di 10. Jan 2012, 22:44

Also Sterntv habe ich gerade angeschrieben. Schauen wir mal
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Re: Leben & Erziehen angeschrieben wg. Artikel

Beitragvon OctaviaRS am Mo 16. Jan 2012, 17:17

Das hast du echt super geschrieben...

Ich hoffe sehr, dass die einwilligen....
Irgendwann muss das doch auch in deutschen Köpfen Klick machen oder?
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