Rückwärts in die Zukunft

Was für Vorteile haben diese Sitze?

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Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon DoreleBritax am Do 20. Okt 2011, 16:53

In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist es üblich, Kleinkinder im Alter von einem Jahr in vorwärts gerichtete Kindersitze umzusetzen. Die europäische Gesetzgebung erlaubt dies ab 9 kg Körpergewicht. Dabei bietet ein vorwärts gerichteter Kindersitz Ihrem Kind keineswegs den bestmöglichen Schutz.
Unfallstatistiken und Studien rund um den Globus kommen alle zu dem gleichen Ergebnis:
Kleinkinder bis zum Alter von 4 Jahren sind in Kindersitzen entgegen der Fahrtrichtung bis zu 5x sicherer als in vorwärts gerichteten!
Der Kopf eines Kleinkindes macht bis zu 25% seines gesamten Körpergewichtes aus. Zudem werden Nackenmuskulatur und Wirbelsäule bis zum Alter von 4 Jahren erst vollständig ausgebildet. Die Wirbelkörper, die zuvor teilweise aus Knorpelgewebe bestehen, werden vollständig geschlossen.
Bei einem Frontal-Crash in einem vorwärts gerichteten Sitz wird der Kopf des Kindes mit enormer Wucht nach vorne geschleudert, während der Körper von den Gurten zurückgehalten wird. Die extremen Kräfte, die dabei wirken, sind für den Hals und Nacken eines Kleinkindes nicht zu kompensieren. Die Folgen können Rückenmarksverletzungen, Querschnittslähmung oder sogar eine intrakorporale Enthauptung sein.
In einem Reboard-Sitz hingegen wird die Aufprall-Energie über den gesamten Rücken des Kindes gleichmäßig in den Sitz abgeleitet. Die Sitzschale wirkt wie ein Schutzschild und stützt den gesamten Rumpf des Kindes.

In Skandinavien, ganz besonders in Schweden, hat man dies schon lange erkannt.
90% aller schwedischen Kinder fahren bis 4 Jahre rückwärts, obwohl es auch dort nicht gesetzlich vorgeschrieben ist!
Hier zeigt sich, wie sinnvoll es ist, Kleinkinder rückwärts zu transportieren: In Schweden starb in den letzten 40 Jahren kein einziges Kind in einem Reboard-Sitz! In Deutschland dagegen steigt die Zahl der verletzten oder getöteten Kinder ab dem 1. Geburtstag dramatisch.
Die meisten der Unfälle mit schwerem Ausgang resultieren aus Frontalzusammenstößen. Mit einem Reboard-Sitz kann man die größte Gefahr auf ein Minimum reduzieren.
Der deutsche Verkehrssicherheitsrat, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, führende Mediziner und Unfallforscher empfehlen daher:
Kinder sollten möglichst bis 18kg Körpergewicht rückwärts gerichtet transportiert werden!
Sie haben die Sicherheit Ihres Kindes in der Hand!
Grüße Dorele

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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon adorabel50 am Do 20. Okt 2011, 21:02

Und warum hat man das in Deutschland bisher noch nicht rausgefunden? Warum fahren hier fast alle Kinder ab 9 kg vorwärts????
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon Sarah B. am Do 20. Okt 2011, 22:29

Weil man anscheinend glaubt, die deutschen Eltern seien zum Einen zu doof, den "aufwändigen" Einbau hinzubekommen und zum anderen zu bequem, eventuelle Eingeständnisse beim eigenen Komfort zu machen zugunsten der Sicherheit ihrer Kinder. Dabei wissen die meisten Hersteller (und auch der ADAC) genau, dass es sicherer ist, Kinder bis zu ca. vier Jahren rückwärts gerichtet zu transportieren. Traurig für deutsche Kinder! Keine Ahnung, welche Beweggründe diejenigen Hersteller haben, die auf nicht-deutschen Märkten durchaus Reboarder anbieten, diese nicht in Deutschland zu vertreiben... Logisch ist das nicht!
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon Mandy am Do 20. Okt 2011, 22:37

adorabel50 dazu fällt mir spontan dieser Link ein ;)

http://www.youtube.com/watch?v=nktamJpo ... re=feedlik

n deutschland wissen die firmen es schon lange...
in diesem beitrag verstricken sich dir hersteller in eine ausrede nach der anderen zu dem thema...
nur unter den ottonormalverbrauchern ist es nicht so bekannt, meiner meinung nach aus komerziellen gründen ..
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon adorabel50 am Do 20. Okt 2011, 23:28

Ja, daß ist mal ein Argument. Die reden ja nur Blödsinn. Aber der Beitrag ist schon so alt. Da hat sich doch einiges geändert!
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon Verseau am Do 20. Okt 2011, 23:31

leider nicht, sonst würden wir hier nicht diskutieren!
die pysik ändert sicht nicht mit der änderung der sitze ;-)
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon Sarah B. am Do 20. Okt 2011, 23:49

Klar, es hat sich sicher schon einiges geändert in Bezug auf die Stabilität der Kindersitze und Gurte usw., aber Fakt ist ja, dass der Rücken durch den 5-Punkt-Gurt sehr fest gehalten wird, während der Kopf nach vorne fliegt, weil die Hals- und Nackenmuskulatur bei Kleinkindern einfach noch nicht so ausgeprägt ist. Und das ändert sich ja nicht in 16 Jahren. :) Und Frontalkollisionen sind einfach mal sehr häufig, bzw. sind auch die meisten Seitencrashs mit einer Vorwärtsbewegung gekoppelt, d.h. auch hier ist das Kind rückwärts einfach besser geschützt. Wenn natürlich jemand einem anderen am Stauende hinten draufbrettert, sieht das anders aus, aber diese Unfälle sind extrem selten.
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon Enaira am So 23. Okt 2011, 21:41

ja und verändert hat sich ja auch bei der Sicherheit der Autos einiges. Leider hat das negative Auswirkungen auf die Insassen, was auch der ADAC in seinen Unfallstudien belegt. Dadurch, dass die Karosserie mehr Energie aufnimmt (sich an gewünschten Stellen so verformt das kaum Verformungen im Innenraum passieren) wirken viel höhere Beschleunigungskräfte auf die Insassen und deren Brustbereich. In kürzerer Zeit wird die gleiche Energie absorbiert. Ich glaub ich hab das annähernd richtig erklärt. Ich häng mal die Studien dran zum selber nachlesen und hier nochmal Auszüge aus den Studien:

"Moderne Fahrgastzellen sind auffällig hinsichtlich höherer Belastungen und Verletzungsschwere. [...] die Werte der Brustbeschleunigung zu genommen haben."

"Bei Klein und Kleinstwagen sind die (Rückhalte)Systeme so aggressiv, dass die 50g (Beschleunigung) fast erreicht werden"

"Bei PKW/PKW Kollisionen sind Frontalkollisionen die dominierende Aufprallart. Sie treten in ca. 60% der Fälle auf. Seite 22%, Heck 7%, Mehrfach 1%, Andere 8%"


http://www.adac.de/_mm/pdf/Unfallforschung_RHS_53352.pdf
http://www.adac.de/_mm/pdf/27169_264KB_89319.pdf

edit: leider funktionieren die Links vom ADAC nicht mehr. Ich versuche aktuelle Statistiken zu finden. Hier findet man auf Seite 3 die Wahrscheinlichkeiten für die Unfallarten:
http://www.adac.de/_mmm/pdf/Vergleich%20Crashtest%20und%20Realunf%C3%A4lle_100826.pdf

"Moderne Fahrgastzellen sind auffällig hinsichtlich höherer Belastungen und Verletzungsschwere . Hier zeigt sich über alle Klassen, dass die Werte der Brustbeschleunigung zugenommen haben. Dies ist ein klares Anzeichen dafür, dass die Rückhaltesysteme im Laufe der Jahre aggressiver geworden sind. In keiner Fahrzeugklasse liegen die Durchschnittswerte unter 40 g, dem 40 fachen der Erdbeschleunigung. Bei Klein- und Kleinstwagen sind die Systeme so aggressiv, dass die 50g fast erreicht werden."
Quelle:http://www.adac.de/_mmm/pdf/Unfallforschung_RHS_53352.pdf
Zuletzt geändert von Enaira am So 3. Mär 2013, 22:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon Enaira am Mo 24. Okt 2011, 16:24

"Das grausame Schauspiel trägt sich beim diesjährigen auto motor und sport-Kindersitz-Crashtest zu, bei dem die Anforderungen etwas höher sind als bei den ECE-Normen. Warum? Weil wir nach fast 20 Jahren Crashtest-Erfahrung wissen, dass moderne Autos deutlich steifer geworden sind. Bei einem Frontalaufprall - immer noch die häufigste Unfallursache - kommt es dadurch zu einer höheren Verzögerung und einem kleineren Deformationsweg. Für einen Kindersitz heißt das, er muss bei solch einem Unfall für kürzere Zeit höhere Kräfte aushalten können."

"Als der Golf mit 51 km/h frontal auf ein Hindernis prallt, [...] die plötzliche Verzögerung mit 31g nicht aus, [...]"

Quelle: Stern.de 18.10.2011 http://www.stern.de/auto/test/lebensgefahr-trotz-pruefsiegel-1739857.html
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Re: Rückwärts in die Zukunft

Beitragvon Verseau am Mo 24. Okt 2011, 17:23

danke enaira!
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